Wer immer Ja sagt, verliert sich irgendwann selbst - Nein sagen ohne schlechtes Gewissen
- Julia Vivell
- 8. Juli
- 2 Min. Lesezeit

„Kannst du das noch schnell übernehmen?“
„Du bist doch immer so zuverlässig.“
„Ach komm, nur dieses eine Mal.“
Und wieder hörst du dich sagen:
„Ja, klar.“
Obwohl du eigentlich müde bist.
Obwohl dein Kalender längst voll ist.
Obwohl du dir vorgenommen hattest, diesmal an dich zu denken.
Kommt dir das bekannt vor?
Vielen Frauen fällt es schwer, Nein zu sagen. Nicht, weil sie keine Grenzen haben, sondern weil sie niemanden enttäuschen möchten. Sie möchten helfen, Harmonie bewahren und für andere da sein.
Viele Frauen wünschen sich, nein sagen ohne schlechtes Gewissen zu können. Trotzdem fällt es ihnen schwer, weil sie Angst haben, andere zu enttäuschen oder egoistisch zu wirken. Die gute Nachricht ist: Grenzen setzen kann man lernen.
Das Problem ist nur:
Jedes Ja zu anderen kann gleichzeitig ein Nein zu dir selbst sein.
Mit der Zeit summieren sich diese kleinen Entscheidungen. Nicht auf einmal – sondern ganz langsam. Die eigenen Bedürfnisse rutschen immer weiter nach hinten. Irgendwann entsteht das Gefühl, nur noch zu funktionieren.
Dabei ist ein Nein kein Zeichen von Egoismus.
Es ist oft ein Zeichen von Klarheit.
Grenzen bedeuten nicht, andere auszuschließen. Sie zeigen, wo du aufhörst und der andere beginnt. Und genau das macht gesunde Beziehungen überhaupt erst möglich.
Wenn dir das Nein sagen schwerfällt, beginne klein.
Du musst nicht jede Bitte ablehnen. Aber du darfst dir angewöhnen, nicht sofort zu antworten.
Ein einfaches:
„Ich denke kurz darüber nach und melde mich später.“
verschafft dir Raum, wirklich zu prüfen, ob du helfen möchtest – oder nur aus Gewohnheit Ja sagst.
Vielleicht ist genau das der erste Schritt.
Nicht, weniger für andere da zu sein.
Sondern endlich auch für dich selbst.
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